Copyright-Hinweis der Website „750-mm-Schmalspurbahnen in Sachsen“
Logo der Website „750-mm-Schmalspurbahnen in Sachsen“

 

750-mm-Schmalspurbahnen in Sachsen

Urlaubs-Tagebuch 2009

      Wie ich schon auf einer Seite meiner Harzbahn-Site ausgeführt habe, mag ich keine „Blogs“. Trotzdem finden Sie nun hier dieses Tagebuch. Warum?
      Einerseits gibt es Ihnen vielleicht Anregungen für einen eigenen (Bahn-)Urlaub in Sachsen, andererseits können Sie hier sehen, was ich in Sachen sächsische Schmalspurbahnen bisher gesehen und erlebt habe und was Sie damit demnächst auf dieser Site in ausführlichen Artikeln erwarten dürfen. Viel Spass beim Lesen!

 

Mittwoch, 3. Juni
Bahnen

      Der Anreisetag – natürlich gibt es noch nichts Bahn-Spezifisches zu berichten; für die 840 km brauchten wir achteinhalb Stunden. Immerhin: Auf der B 169 auf dem Weg nach Riesa, unserem Urlaubsdomizil, taucht mit Oschatz schon ein bekannter Name auf den Wegweisern auf.


Donnerstag, 4. Juni
Urlaub

      Ein kleiner Tipp, vielleicht nutzt er ja jemandem: Das Hotel, hatte ich vor der Buchung auf der Website gelesen, verfüge über WLAN in allen Zimmern. Da ich auch im Urlaub nicht vermeiden kann, mindestens alle zwei Tage einmal eine Remote-Desktop-Verbindung zu meinem Bürorechner aufzubauen, war das ein gutes Argument für das Hotel. Das Standardangebot im Zimmer ist ein Zugang der Firma M3Connect, die allerdings für 30 Minuten € 3,95, für zwei Stunden € 9,95 berechnet. Aber sonst geht’s hoffentlich gut?
      Ich verstehe ja, dass Hotels heutzutage, wo jeder Gast sein Mobiltelefon mitbringt, den früheren Einnahmen aus den überteuerten Telefongebühren nachtrauern, aber ich habe keine Lust, stattdessen überteuerte Internet-Gebühren zu zahlen. Der Mac findet zum Glück auch noch einen → t-mobile-Hotspot – den Zugang (30 Tage für € 29,–) buche ich sofort. Ausserdem werde ich bei Hotelbuchungen in Deutschland in Zukunft vorher überprüfen, ob es dort einen t-mobile-Zugang gibt.

Bahnen

      Besuch des Bahnhofs Mügeln: Endlich stehe ich, zum ersten Mal im Leben, vor sächsischen 750-mm-Fahrzeugen. Der gerade eintreffende Planzug wird zwar „nur“ von einer kleinen Diesellok gezogen, aber das tut der Begeisterung keinen Abbruch. Zufällig entdecken wir, dass am übernächsten Wochenende eine grosse Bahn-Veranstaltung stttfindet. Der Termin wird fest notiert!

Zug in Mügeln
Die Ns 4 199 032-6 trifft mit dem kurzen Planzug in Mügeln ein.

Freitag, 5. Juni
Urlaub

      Ein Besuch der Stadt → Leipzig steht auf dem Programm. Trotz miserablen Wetters erfreuen wir uns an der Stadt; als passioniertem Fotografen haben es mir die Passagen mit ihren Ein- und Durchblicken angetan, und natürlich schauen wir noch bei → Auerbachs Keller vorbei.

Bahnen

      Nicht Schmalspur, aber faszinierend: Im Bahnhof gibt es ein „Museumsgleis“, auf dem u. a. der 1935 in Betrieb genommene Schnelltriebwagen → SVT 137 225 abgestellt ist.

SVT 137 225
Der SVT 137 225 im Leipziger Hauptbahnhof.

Samstag, 6. Juni
Urlaub

      Heute gibt es Eisenbahn pur und nichts anderes!

Bahnen

      Der → Website der Pressnitztalbahn hatte ich entnommen, dass an allen Sommerwochenenden Fahrbetrieb gemacht wird, und so fahren wir gleich am Morgen nach Jöhstadt. Meine Sachsendampf-Premiere: Ich stehe erstmals vor einer IV K! Der Zug fährt praktisch gerade ab, als wir ankommen, und so folgen wir ihm mit dem Auto. In Schmalzgrube und Steinbach gelingen noch schöne Aufnahmen, natürlich auch das bekannte Motiv mit der IV K vor dem Wasserhaus.
      Weiter geht es zur → Fichtelbergbahn nach Oberwiesenthal mit einem kurzen Fotohalt in Hammerunterwiesenthal. Inzwischen regnet es immer heftiger, Fotografieren in Oberwiesenthal ist fast nicht mehr möglich. Dafür finde ich im Souvenir-Shop der Fichtelbergbahn noch etliche Literatur, die mir fehlte.
      Trotz des strömenden Regens schauen wir, da wir schon einmal in der Gegend sind, noch im → Museum in Rittersgrün vorbei. Einen Besuch dort sollten Sie einplanen, wenn Sie in der Region unterwegs sind.

IV K 99 1568-7    Museum Oberrittersgrün
Links: Heftig dampfend verlässt die IV K 99 1568-7 mit ihrem Zug Jöhstadt.
Rechts: Der Lokschuppen in Oberrittersgrün.

Sonntag, 7. Juni
Urlaub

      Die beste Ehefrau von allen konzidiert einen weiteren reinen Bahn-Tag! Inzwischen erwachen bei uns erste Zweifel an der Wahl des Urlaubsortes: Nichts gegen Riesa, schon gar nichts gegen das → Hotel Mercure (das kann ich wirklich empfehlen), aber, von Oschatz und Mügeln abgesehen, sind wir von den Schmalspur-Zentren Sachsens etwas zu weit entfernt. An Wochentagen, mit LKW-Verkehr, ist die B 169 eine Zumutung: Bis zur A 14 gibt es keine dreispurige Überholmöglichkeit (die letzte ist knapp nördlich von Döbeln), und der Weg nach Osten zur A 13 über die B 98 ist nicht viel besser. Garniert wird das Ganze mit nur schwer nachvollziehbaren Geschwindigkeitsbegrenzungen (70 auf der Bundesstrasse, 30 in einzelnen Ortsdurchfahrten), und als Sahnehäubchen gibt es massenhaft Radarkontrollen, so dass man gar nicht erst auf dumme Gedanken kommt: Der Turbodiesel kann zwar 400 Nm auf die Kurbelwelle wuchten, aber man lässt ihn einfach nicht. Die Anfahrtswege von Riesa liegen bei gut 130 km zur Fichtelbergbahn, ca. 165 km nach Zittau – man verliert viel wertvolle Zeit der kostbaren Urlaubstage auf der Strasse!

Bahnen

      Glücklicherweise bleiben uns die LKW am heutigen Sonntag erspart, und so machen wir uns nach Zittau auf: Die → ZOJE („Zug ohne jede Eile“, wie der Volksmund sagt) beschert uns unsere erste Fahrt mit einer sächsischen Schmalspurbahn. Wir geniessen die Fahrt von Zittau nach Jonsdorf und zurück – und ganz allmählich bessert sich auch das Wetter.

99 735 in Zittau
Auch der ganz junge Eisenbahn-Fan beobachtet schon interessiert die 99 735 beim Umsetzen in Zittau.

Montag, 8. Juni
Urlaub

      Unser heutiges Ziel ist → Dresden, und wir runden den ersten Besuch (mit einem Tag kratzt man gerade an der Oberfläche dessen, was das Elb-Florenz so faszinierend macht) auf dem Heimweg mit einer Stippvisite in → Moritzburg ab. Wir sind beeindruckt!

Bahnen

      Heute nicht, ausser, man rechnet einen Besuch im „→ Lokpavillon“ zu den eisenbahnerischen Ereignissen.

Schloss Moritzburg
Trotz des etwas störenden Baugerüsts ein imposanter Anblick: Das Schloss in Moritzburg.

Dienstag, 9. Juni
Urlaub

      Der → Zoo in Leipzig braucht einen ganzen Tag, den wir (wieder einmal bei teilweise heftigem Regen) geniessen. Gehört hatten wir schon viel davon, aber das kann die eigene Anschauung nicht ersetzen. Hut ab vor der Leistung der Zoo-Direktion, die hier artgerechte Haltung nicht nur predigt, sondern auch umsetzt. Unbedingt empfehlenswert!
      Gleichfalls empfehlenswert: Das „→ Gasthaus zum Schwan“ in Oschatz. 1458 erstmals erwähnt, ist es eine der ältesten Gaststätten im Lande, und wann isst man schon einmal in einem Restaurant zu Abend, über das es sogar ein Buch mit der Geschichte des Hauses gibt?
      Kleine Anekdote am Rande: Ein schweizerisches Nummernschild sieht man auf Sachsens Strassen nicht sehr häufig, zwei zusammen nie. Als wir aber nach dem Essen im Schwan in Oschatz zu unserem Auto zurückkamen, parkte direkt daneben – ein Zürcher!

Bahnen

      Auf dem Weg zurück nach Riesa machen wir in Oschatz Halt und besuchen den „→ Modellbahnshop“. Nettes Gespräch mit den Korns, und eine Vitrine voller Technomodell-Modelle, bei der dem Betrachter das Wasser im Munde zusammenläuft.

Mantelpaviane im Zoo Leipzig
Der Mantelpavian-Nachwuchs geniesst den Ritt auf Mamas Rücken.

Mittwoch, 10. Juni
Urlaub

      Heute ist wieder einmal Bahntag – keine sonstigen Aktivitäten.

Bahnen

      Wieder steht nicht nur Eisenbahn ansehen, sondern Eisenbahn fahren auf dem Programm: Nachdem die → Weisseritztalbahn seit Dezember 2008 wieder teilweise befahrbar ist, gönnen wir uns die Tour von Freital-Hainsberg nach Dippoldiswalde und zurück. Der Zug ist morgens bei der Hinfahrt (9:42 h) fast bis auf den letzten Platz besetzt; kein Wunder, ist dies doch die erste Fahrsaison nach fast sieben Jahren! Bei der Rückfahrt haben wir einen sehr langen Zug, der in Doppeltraktion Diesel/Dampf (vorn/hinten) gefahren wird.

Freital-Hainsberg
Lokschuppen und Bekohlung in Freital-Hainsberg.

Donnerstag, 11. Juni
Urlaub

      Zwei Termine in Dresden: Morgens besichtigen wir die → Gläserne Manufaktur, was uns wieder einmal in unserer lange gehegten Ansicht bestätigt, dass der → Phaeton das wohl beste Auto ist, das man derzeit kaufen kann – wenn man bereit ist, sich von Statussymbolen (Sternen, Ringen, Propellern oder Katzen) freizumachen.
      Abends geht es in Dresden mit einem absoluten Höhepunkt dieses Urlaubs weiter: Die Karten für den Barbiere di Siviglia in der → Semperoper hatten wir schon vor neun Monaten bestellt und den ganzen Urlaub eigentlich um diesen Termin herum geplant. Ein Erlebnis!

Bahnen

      Heute nichts.

Gläserne Manufaktur Dresden
Auch für nicht-Phaeton-Enthusiasten interessant: In der Eingangshalle der
Gläsernen Manufaktur finden Sie dieses gläserne Modell der Manufaktur.

Freitag, 12. Juni
Urlaub

      Bisher waren wir nur auf der B 6 durchgefahren, heute schauen wir uns → Meissen einmal in Ruhe an. Die Porzellanmanufaktur lassen wir aus (die beste Ehefrau von allen zieht Villeroy & Boch vor, und der Busparkplatz lässt grössere Besuchermassen befürchten), aber die Stadt bietet weit mehr als nur Porzellan. Wir verbringen einen ganzen Tag dort: Albrechtsburg, Dom und die historische Altstadt sind ausführliche Besichtigungen wert.

Bahnen

      Heute nicht – aber morgen!

Meissen: Albrechtsburg und Dom
Vom gegenüberliegenden Elbufer aus hat man diese Sicht auf Albrechtsburg und Dom.

Samstag, 13. Juni
Urlaub

      Wieder ein Bahn-Tag; die Wanderung am Nachmittag fällt noch in die Rubrik „Bahn-Aktivitäten“ – unten also mehr dazu.

Bahnen

      Der Tag beginnt um halb neun in Oschatz, wo wir den ersten Zug (nach Sonderfahrplan) des „Festival auf Reisen mit der Döllnitzbahn“ bei der Ausfahrt beobachten. Weiter geht es nach Mügeln, und da ist im Rahmen des Festivals richtig Betrieb am Bahnhof!
      Gegen Mittag wird es in Mügeln immer lebhafter, und da wir die wichtigen Fahrzeuge alle gesehen haben, fahren wir noch einmal in Richtung Weisseritztalbahn, diesmal mit dem Auto direkt zur Rabenauer Mühle. Eine schöne Wanderung im Rabenauer Grund bei (ausnahmsweise) wirklich gutem Wetter beschliesst den Tag.

IV K in Oschatz
Die IV K 99 1542-2 verlässt am Morgen Oschatz.

Sonntag, 14. Juni
Urlaub

      Auch dieser Tag ist der Eisenbahn gewidmet, damit eine Gelegenheit, hier noch zwei Bemerkungen zum Autofahren in Sachsen anzubringen: Noch nie und nirgends hat uns unser Navigationssystem so im Stich gelassen wie in diesem Urlaub. Der Grund ist nicht ein Fehler im System, sondern die unglaubliche Aktivität im Strassenbau in dieser Region. Viele Strassen kennt das System noch gar nicht, und dauernd ist man gezwungen, gesperrte Bundesstrassen-Abschnitte auf Umleitungen zu umfahren, weil wieder eine Bundesstrasse ausgebaut, begradigt, erweitert oder verlegt wird. Langfristig kommt das natürlich dem Verkehr zu Gute, aber es ist manchmal etwas irritierend. Sehr positiv dagegen haben wir die, anfangs etwas gewöhnungsbedürftige, Regel aufgenommen, dass man an roten Ampeln „auf Sicht“ nach rechts abbiegen darf. Warum führt man das eigentlich nicht generell ein?

Bahnen

      Und wieder ist Fahr-Tag: Bei traumhaftem Wetter fahren wir mit dem → Lössnitzdackel von Moritzburg nach Radebeul-Ost und zurück, beide Male im offenen Aussichtswagen. Dieses sehr spezielle Fahrgefühl hatten wir zuletzt vor rund zehn Jahren auf der Berninabahn, und entsprechend geniessen wir es.
      Anschliessend schauen wir uns, in Fortsetzung des gestrigen Tages, die Festival-Aktivitäten in Glossen an. Eine ganz besondere Bahn-Erfahrung (im wahrsten Sinne des Wortes) erwartet uns hier: Wir fahren mit der → 600-mm-Feldbahn zum Feldbahn-Museum und zurück zum Bahnhof. Reisekomfort der besonderen Art – aber eben auch ein spezielles Erlebnis!

Feldbahn in Glossen
Die Fahrten mit der 600-mm-Feldbahn in Glossen sind immer ausgebucht.

Montag, 15. Juni
Urlaub

      Ein letztes Mal in diesem Urlaub geht es nach Dresden. Die Stadt gefällt uns mit jedem Besuch besser und bietet einfach unglaublich viel. Dresden allein wäre, abgesehen von den Schmalspurbahnen, schon Grund genug, wieder nach Sachsen zu kommen!

Bahnen

      In diesem Urlaub nicht mehr – vielleicht 2010?

Zwinger in Dresden
Blick in den Innenhof des Zwingers.

Dienstag, 16. Juni
Urlaub

      Morgen geht es zurück nach Hause; heute, am letzten Tag, schauen wir uns endlich einmal Riesa an. Und dann heisst es: Koffer packen; ade, Sachsen – aber wir kommen wieder!

Riesa
Nur wenige hundert Meter von der modernen Innenstadt entdeckt man
Häuser, die sicher viel aus einer langen Geschichte erzählen könnten …

Copyright © 2009 und verantwortlich für den Inhalt:

Erste Veröffentlichung am 18. Juni 2009, letzte Bearbeitung am 18. Juni 2009.


Zurück zur Startseite.


Adresse dieser Seite: http://www.ozdoba.net/sachsen/sachsen_urlaub_2009.html

Durch das World Wide Web Consortium validierter Code gemäss dem Standard XHTML 1.0 Strict   Erstellt mit einem Mac