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Rhätische Bahn – Vorbild und H0m-Modellbau

Die RhB auf alten Postkarten

      Postkarten mit Motiven der RhB sind, insbesondere für die frühen Jahre, wertvolles (und teilweise das einzig zugängliche) Quellenmaterial; viele Bücher, die sich mit der Geschichte der RhB oder einzelner Linien beschäftigen, sind mit Postkarten illustriert. Sie liefern dem Bahn-Historiker oder Modellbahner wichtige Informationen.

Frühe Triebfahrzeuge und Wagen

      Diese Abbildungen sind z.B. wichtig für Beschriftungen, Farben oder für der jeweiligen Epoche angepasste korrekte Zug-Zusammenstellungen.
      Aus den frühen Jahren finden Sie häufig von Hand kolorierte Karten – die Farb-Fotografie kam erst in der Mitte der dreissiger Jahre des letzten Jahrhunderts auf, zu spät, um z.B. die grau-blauen Chur-Arosa-Triebwagen, die gelben Bernina-Triebwagen oder die Mallet-Lokomotiven zu dokumentieren.
 

Veränderungen der Landschaft, der Streckenführung und der Bahnbauten

      Klassische Beispiele sind die Bilder der frühen Albula-Bahn: Damals wurden die angrenzenden Hänge weitgehend gerodet, da für die Lehrgerüste der Viadukte sehr viel Holz gebraucht wurde. Es entstanden Ansichten, die heute gar nicht mehr möglich sind, weil die Hänge (erfreulicherweise) wieder vollständig bewachsen sind.

      So weit müssen Sie aber gar nicht zurück gehen. Betrachten Sie nur einmal die grösseren Baumassnahmen der letzten etwa 10 Jahre:

      Die Liste liesse sich durchaus noch fortsetzen …
      Wenn Sie also Bahngeschichte dokumentieren oder eine möglichst exakte Darstellung zu einem bestimmten Zeitpunkt für den Nachbau als Modell suchen, bleiben Ihnen Ihre eigenen Bilder – oder eben alte Postkarten!
 

Dokumentation sozialer Veränderungen

      Welchen Stellenwert die Bahn und der Bahnbau in der Frühzeit der RhB hatten, ist heute z.T. nur noch schwer nachvollziehbar. Gerade Graubünden, der Kanton der 150 Täler, erfuhr durch die RhB eine enorme Öffnung nach aussen. Viele Hoffnungen wurden erfüllt, viele allzu ehrgeizige Pläne scheiterten. Klassische Karten, die diese Veränderungen und Erwartungen dokumentieren, sind etwa „Die erste Dampflokomotive im Engadin“ oder „Zukunftsstadt Preda“:

Zukunftsstadt Preda
In der „Zukunftsstadt Preda“ gab es während der Bauarbeiten am Albula-Tunnel
sogar einen Kindergarten und ein kleines Spital. Preda ist erst seit dieser Zeit durchgehend bewohnt.
Die Einwohnerzahl des zur Gemeinde Bergün gehörenden Ortes liegt heute allerdings unter zehn.

      Wenn der kleine Querschnitt aus meiner ständig wachsenden Sammlung alter Postkarten mit RhB-Motiven, den ich auf dieser Website präsentiere, Ihr Interesse an diesem Thema geweckt haben sollte, stellen Sie sich vielleicht irgendwann die Frage:

Postkarten sammeln – wie?

      Ich lebe in der Schweiz und habe es daher sicher einfacher als ein RhB-Enthusiast in Schleswig-Holstein: Hier hat praktisch jedes Briefmarken-Fachgeschäft auch eine Auswahl an Postkarten im Angebot. Nutzen Sie die Gelegenheit, wenn Sie in Graubünden oder überhaupt in der Schweiz Urlaub machen!
      Briefmarken-Auktionshäuser haben in ihren Katalogen meist auch eine Sektion „Postkarten“; dort habe ich schon manches schöne Stück gefunden. Flohmärkte und Briefmarkenbörsen sind eine weitere gute Quelle.

      Das Ganze muss übrigens nicht teuer sein: Wenn Sie sich einen Überblick verschafft haben, werden Sie feststellen, dass bestimmte Motive (Dampflok vor Ruine Campi, schwarz-weiss, Hochformat; handkolorierte Ansicht Albula-Viadukte I–IV) sehr häufig auftauchen und entsprechend günstig zu haben sind. Andererseits müssen Sie für manche Karten durchaus auch dreistellige Franken-Beträge anlegen (die oben erwähnte „erste Dampflok im Engadin“ ist ein Beispiel dafür; diese Karte ist sehr selten und war das mit Abstand teuerste Stück meiner Sammlung). Hier wie bei allen Sammelobjekten gilt, dass Angebot und Nachfrage den Preis regeln; allgemeine Preisangaben kann ich hier nicht machen.

      Viel Spass beim Aufbau Ihrer eigenen Sammlung zur Geschichte der RhB!


Copyright © 2001–2008 und verantwortlich für den Inhalt: Christoph Ozdoba.
Erste Veröffentlichung am 3. August 2001, letzte Bearbeitung am 6. März 2008.


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