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Dieser ungewöhnliche und heute fast nicht mehr bekannte Signaltyp hat über viele Jahre den Verkehr bei der RhB sicher und zuverlässig geregelt. Nach meiner Kenntnis steht heute nur noch eine einzige Hipp'sche Wendescheibe an den Gleisen der RhB, und zwar auf dem Wiesener Viadukt, Filisurer Seite, wo ich sie im September 1997 besichtigt und gefilmt habe (und dabei selbst fotografiert wurde …)
(Eine zweite Hipp'sche Wendescheibe steht auf dem Gelände der Hauptwerkstätte Landquart – als Denkmal; die hier gezeigte ist die einzige auf dem Streckennetz verbliebene.)
Mathias Hipp (der Name wird häufig falsch geschrieben; „Mathias“ hat wirklich nur ein „t“, und er hiess „Hipp“, nicht „Hypp“) lebte von 1813 bis 1893. Die Wendescheibe ist nur eine seiner vielen Erfindungen, die dem aus Württemberg stammenden gelernten Uhrmacher unter anderem 1875 einen Ehrendoktortitel der Universität Zürich und den Beinamen „der schweizerische Edison“ einbrachten.
Die nach ihm benannte Wendescheibe hat er 1862 entwickelt. Dieser Signaltyp war lange vor den Flügelsignalen in Gebrauch; die ersten Flügelsignale tauchten in der Schweiz erst 1880 in Grenzbahnhöfen zur Badischen Bahn auf.
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| Die Hipp'sche Wendescheibe auf dem Wiesener Viadukt (September 1997) | |
| von vorn: Stellung „offen“ (Fahrt frei) | Seitenansicht: Stellung „geschlossen“ (Halt) |
Der Antrieb funktionierte über ein Gewicht im Signalmast mit elektromagnetischer Auslösung; dafür war eine Batterie vorhanden. Nach ca. 200 Scheibenumdrehungen musste das Gewicht wieder „aufgezogen“ werden. Die Drehung der Scheibe erfolgte immer in eine Richtung (was den originalgetreuen Nachbau im Modell etwas schwierig macht), das heisst, dass nach der Drehung um 90 Grad beim Öffnen des Signals die Scheibe zum Schliessen nicht einfach um 90 Grad zurückgedreht wurde, sondern 270 Grad bis in die Ausgangsstellung in gleicher Drehrichtung weiterlief.
Bemerkenswert ist, dass Hipp'sche Wendescheiben von Anfang an mit einer elektrischen Rückmeldung der Signalstellung zur auslösenden Station ausgestattet waren.
Ihre lange Einsatzdauer verdanken sie wahrscheinlich nicht zuletzt der Tatsache, dass sie wegen der elektrischen Auslösung gegen hohen Schnee und Sturm weniger empfindlich waren als die über Drahtzüge gesteuerten Klappscheiben- und Flügelsignale.
Der H0m-Modellbauer kann die Hipp'sche Wendescheibe auf seiner Anlage mit dem Modell von Bemo darstellen. Es lässt sich beleuchten und kann mit einem Signalantrieb auch gedreht werden, allerdings nicht im vorbildgerechten 90-270-Grad-Turnus, sondern nur 90 Grad hin–zurück.
Ferro-Suisse hatte (gemäss der unten angegebenen Literatur) einmal eine gleichfalls nur 90 Grad vorwärts/rückwärts drehbare Hipp'sche Wendescheibe im Programm, die allerdings schon lange nicht mehr lieferbar ist.
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Hipp'sche Wendescheibe (Bemo-Bausatz, Fertigmodell von der „Modellbau-Manufaktur“) Links: Stellung „offen“ (Fahrt frei) Rechts: Stellung „geschlossen“ (Halt) |
Das neueste Bild der Hipp'schen Wendescheibe, das ich in meiner Sammlung habe, stammt aus dem Herbst 2005. Eine Renovierung würde diesem technischen Eisenbahn-Denkmal gut tun …
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| Hipp'sche Wendescheibe am Wiesener Viadukt, 13. Oktober 2005 |
Literatur:
Copyright © 1998–2008 und verantwortlich für den Inhalt: Christoph Ozdoba.
Erste Veröffentlichung am 11. Januar 1998, letzte Bearbeitung am 24. Februar 2008.