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Rhätische Bahn – Vorbild und H0m-Modellbau

Epochen bei der RhB

      Ich bin auf dieses Thema gekommen, als ich im Bemo-Katalog 1998 eine Epochen-Einteilung für die RhB fand, mit der ich so nicht ganz einverstanden bin. Bemo sah das so:

Epoche Loks/Wagen – Güterwagen Epoche Loks/Wagen – Güterwagen
1 Bemo Epoche 1 2 Bemo Epoche 2
3 Bemo Epoche 3 4 Bemo Epoche 4
5 Bemo Epoche 5    

      Die Idee, diese Einteilung bei der RhB anhand der Farben und Beschriftungen vorzunehmen, ist sicherlich nicht schlecht; wie sonst soll man mit einer Bahngesellschaft verfahren, die heute noch 50 und 100 Jahre alte Fahrzeuge einsetzt?
      Umfassend ist dieser Vorschlag aber nicht, allenfalls für die damalige Bemo-Produktpalette – diese wurde aber inzwischen mit Modellen der Mallet, der alten Wagen und der Xrot d erheblich in die frühen Zeiten hinein erweitert.
      Bemo hat diese Einteilung im Wesentlichen beibehalten und neu ab 2004 die „Epoche VI“ definiert; zur Epoche I heisst es jetzt pauschal „bis 1950“.

      Nach der NEM-Norm → NEM 804 CH „Eisenbahn-Epochen Schweiz“ beginnt die RhB erst bei Epoche I c. Bei meiner Suche nach einer RhB-spezifischen Einteilung habe ich drei Aufstellungen gefunden, von denen allerdings zwei identisch sind:

      Der Leser möge sich aus all diesen Informationen selbst ein Bild machen und dann entscheiden, wie er es auf seiner Anlage halten will …

 


Epocheneinteilung der RhB

      Auf meine Anfrage zum Thema Epochen habe ich von Herrn P. Härtli vom Pressedienst der RhB mit Schreiben vom 15.1.98 folgende sehr ausführliche Antwort bekommen, für die ich mich auch an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich bedanken möchte:

      „Eine offizielle Epochen-Einteilung gibt es nicht. Hingegen kann beiliegende Zusammenstellung weiterhelfen:“

Epoche 1a   ·   1889–1920
Dampflokomotiven schwarz, Elektrische Lokomotiven, Reisezugwagen und Dienstwagen grün (tannengrün)
 
Epoche 1b   ·   1921–1930
Beschriftung Rh.B. crème mit roten Schattierungen.
Dampflokomotiven schwarz, Führerhaus und Tender grün, elektrische Lokomotiven braun
 
Epoche 1c   ·   1930–1945
Beschriftung bei neuen und umgebauten Personenwagen RHÄTISCHE BAHN
(nicht identisch mit B 2245–2247)
„Engadin-Express“-Wagen A4ü 51–54, As4ü 61 und F4ü 4201–4203 waren in der Fenstergurte crème/grün und in der Untergurte blau/grün
Fliegende Rhätier BCeü 4/4 501–504, AB4ü 251–252 und C4ü 2301–2306 rot (diese Fahrzeuge waren immer rot)
Dienstwagen teilweise grau
 
Epoche 2a   ·   1942–1956
Fusion mit den Gleichstrombahnen Chur-Arosa Bahn, Ferrovia elettrica Bellinzona-Mesocco und Bernina Bahn
Trieb- und Personenwagen crème/grün. Von den Zweiachsern wurden alle von den Gleichstrombahnen übernommenen umgestrichen (ohne Dk 3503, bis 1960 weiss/blau). Von den übrigen Zweiachsern nur noch B 132–135, C 2075–2078 und 2101–2107
 
Epoche 2b   ·   1956–1974
Klassenumzeichnung am 3.6.56, verbunden mit einer Umnummerierung der Personenwagen. Triebwagen rot, Personenwagen wieder grün
Ab 1959 gedeckte und hochbordige Güterwagen sowie Dienstwagen oxydrot
 
Epoche 2c   ·   1975–1982
Neues RhB-Signet
 
Epoche 3   ·   seit 1983
Streckentriebfahrzeuge und Reisezugwagen rot, ausser historische Fahrzeuge und ab 1988 Fahrzeuge mit Vollwerbung. Alle früher oxydrot gestrichenen Wagen wurden entweder in braun oder in klinkergrau gestrichen
Rangierfahrzeuge orange mit schwarz/gelben Markierungen
Dienstfahrzeuge gelb

      Dies ist also ist die direkt von der RhB stammende Einteilung. Ich muss mich gelegentlich erkundigen, ob es Aktualisierungen gibt.

 


Epocheneinteilung des Albula-Bahn-Club Bergün

      Diese Zusammenstellung ist einem Artikel im „Krokodil“, dem offiziellen Organ des Albula-Bahn-Club, entnommen:
Die Epocheneinteilung in ihrer Entwicklung bei der Rhätischen Bahn.
Das Krokodil 2/93, S. 3–5

      Der Text wurde teilweise leicht gekürzt.

Epoche I   ·   1889–1895
Landquart-Davos-Bahn, Zeit des Bahnbaus. Der Lokomotivpark besteht aus G 3/4 und den ersten, stärkeren G 2x2/2, die Personenwagen sind ausschliesslich zweiachsig mit flachem Dach. Die Farbgebung der Lokomotiven ist schwarz mit grünem Führerhaus, die Personenwagen sind grün, die Güterwagen grau.
 
Epoche II   ·   1895–1956
Epoche II A   ·   1895–1919
Bau der Albulabahn, weitere Mallets und die 29 G 4/5 kommen dazu. Personenwagen mit stärker gewölbtem Dach, ab 1913 vierachsige Personenwagen, teilweise mit geschlossenen Übergängen. 1913 Eröffnung der Engadin-Linie mit Einphasen-Wechselstrom. Neue Elektrolokomotiven Ge 2/4 und Ge 4/6 mit grünem Kastenanstrich.
 
Epoche II B   ·   1919–1939
Komplette Elektrifizierung des Stammnetzes. Beschaffung von 15 C'C'-Lokomotiven im damals typischen Lokomotivbraun. Auch die älteren E-Loks erhalten den braunen Anstrich. Ende der zwanziger Jahre erscheinen die schweren Stahlwagen sowie die im gleichen Stil gebauten MITROPA-Speisewagen.
 
Epoche II C   ·   1939–1956
Erste Leichttriebzüge („Fliegende Rätier“) mit rotem Anstrich. Übernahme der Gleichstrombahnen Chur–Arosa (ChA), Berninabahn (BB) und Bellinzona–Mesocco (BM). Anpassung des Anstrichs der Personenwagen von grau/weiss (ChA), gelb (BB) und grün/weiss (BM) in die neuen Farben crème (oberhalb Fenstergurt) und grün (unterhalb Fenstergurt). 1947 erste grüne B0'B0'-Lokomotiven und Leichtstahlwagen mit Mitteleinstieg in grün/crème.
 
Epoche III   ·   1956–1969
Umstellung von 3 auf 2 Wagenklassen. Alle Personenwagen wieder einheitlich grün, Salonwagen bleiben crème/grün, „Fliegende Rätier“ bleiben rot, Speisewagen weinrot. Güterwagen sukzessive rotbraun. 1.-Klasse-Fahrzeuge mit gelbem Streifen oberhalb Fenster. Einführung von Einheitspersonenwagen und sechsachsigen Lokomotiven. Ab 1964 alle Trieb-, Steuer- und Personenwagen mit Steuerleitung rot.
 
Epoche IV   ·   1969–heute
Epoche IV A   ·   1969–1984
Güterwagenbezeichnungen nach UIC geändert. Erste Elektrolokomotiven werden ausgemustert. Vierachsige Güterwagen erscheinen. Einheitswagen Typ II verdrängen die letzten zweiachsigen Personenwagen. Einführung des RhB-Signets. Salonwagen wechseln als letzte Wagen von crème/grün auf crème/rot.
 
Epoche IV B   ·   1984–1989
Generelle Änderung des Anstrichs: Lokomotiven und Reisezugwagen rot, Rangierloks orange, Dienstfahrzeuge gelb. Beschriftung „Rhätische Bahn / Ferrovia retica / Viafier retica“ silberfarbig. Einheitswagen Typ III in braun/roter Lackierung für den Bernina-Express. Umbau älterer Personenwagen und der 10 Ge 4/4 I-Lokomotiven.
 
Epoche IV C   ·   ab 1989
Güterwagen werden für Werbung vermietet. Neue Lokomotiven mit Drehstrom-Antriebstechnik. Einheitswagen IV lösen den EW III im Bernina-Express ab. Bau des Vereina-Tunnels als erste neue Strecke seit 75 Jahren.

 


Epocheneinteilung aus „Die Modelleisenbahn“

      Diese Einteilung war 1989 in der Zeitschrift „Die Modelleisenbahn“ zu finden, einer der Vorläufer der LOKi:
M. Koblischka: Schweizerische Epocheneinteilung (SBB und RhB).
Die Modelleisenbahn 12/89

      Sie enspricht auf das Jahr genau der Epocheneinteilung (einschl. A, B, C) im „Krokodil“, endet aber mit der Epoche IV B. Die erklärenden Texte zu den einzelnen Epochen sind in dem „Krokodil“-Artikel wesentlich ausführlicher.


Copyright © 1998–2008 und verantwortlich für den Inhalt: Christoph Ozdoba.
Erste Veröffentlichung am 21. Januar 1998, letzte Bearbeitung am 17. Februar 2008.


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