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Rhätische Bahn – Vorbild und H0m-Modellbau

Drehscheiben

      Jeder Eisenbahn- oder Modellbahn-Freund weiss, dass Drehscheiben für den Betrieb mit Schlepptender-Dampfloks benötigt werden, um die Lok immer Lokomotive voraus fahren zu lassen – in der Orientierung Tender voraus dürfen Schlepptender-Maschinen nur mit wesentlich geringerer Höchstgeschwindigkeit fahren, und auch die Bedienung ist für den Lokführer schwieriger, wenn er quasi „rückwärts“ fährt.

      Daneben sind Drehscheiben eine raumsparende Möglichkeit, mehrere Gleise ohne aufwändige Weichenstrassen anzuschliessen, und für Elektrolokomotiven mit nur einseitig angebautem Schneepflug erlauben sie im Winterbetrieb das Drehen in die richtige Fahrtrichtung.

      Die RhB hatte Drehscheiben für all diese Zwecke; etliche sind im Laufe der Jahre durch Umbauten verloren gegangen, zuletzt 2000/2001 in Disentis, wo die Remisen der RhB und MGB (früher FO) seither über Weichen statt über eine Drehscheibe erreicht werden.

      Heute findet man Drehscheiben noch in (alphabetisch)

  • Alp Grüm
  • Bernina Suot
  • Davos Platz
  • Filisur
  • Landquart
  • Ospizio Bernina
  • Poschiavo
  • Samedan
  • Scuol
  • Sumvitg (s.u.)

      In der langen Geschichte der RhB gab es ausserdem Drehscheiben in

  • Bergün
  • Cavaglia
  • Chur
  • Disentis
  • Klosters
  • Pontresina
  • Preda
  • St. Moritz
  • Tiefencastel
  • Zernez

      Die Drehscheiben aus Chur und Preda sind den Schmalspur-Freunden erhalten geblieben, sie wurden an die → Dampfbahn Furka-Bergstrecke abgegeben, wo sie in Gletsch bzw. Oberwald zum Einsatz kommen (1,2).

      Die RhB hat im Mai 2003 sogar eine neue Drehscheibe bei der Station Sumvitg-Cumpadials in Betrieb genommen; es gibt dazu eine umfassende → Bildergalerie auf der Website des Verein Dampffreunde der RhB.

      Leider müssen die Modellbahner bis heute auf ein vorbildgerechtes Grossserienmodell einer RhB-Drehscheibe warten:

      Anfang der neunziger Jahre hat → Bemo die bereits fertig konstruierte Drehscheibe dann doch nicht produziert – aus Kostengründen, wie es hiess (3). Ich glaube allerdings, dass sich das Bemo-Management, wenn man den Verkaufserfolg von auch nicht gerade billigen Modellen wie denen der Metal Collection anschaut, diese Entscheidung noch einmal überlegen sollte.

      Das von → Peco unter der Bestellnummer LK-1455 lieferbare Drehscheiben-Modell in H0m mit seiner an ein Waffeleisen erinnernden Oberflächenstruktur kann nicht recht überzeugen (Abbildungen finden Sie z.B. auf den Websites von → Weinert und → Suter).

      Der Modellbahner, der den Reiz des (nicht digitalen) Betriebes mit einer vorbildgetreuen Drehscheibe erleben will, muss sich bei den Kleinserien-Herstellern umsehen. Es bleiben damit

      Ich hatte das Glück, auf der Berner Spielwarenbörse im November 2001 die Ferro-Suisse-Drehscheibe „Filisur“ zu finden, die ich Ihnen hier vorstellen möchte. (Zur Information: Ich habe für dieses Modell, absolut neu mit Original-Schachtel und Papieren, Fr. 500,– bezahlt – das ist für dieses seltene Teil, zumal in dem Zustand, ein angemessener Preis.)

Ferro-Suisse Drehscheibe Filisur, Schachtel Falls Sie diese Schachtel irgendwo entdecken sollten:
Nicht nachdenken – kaufen!

Ferro-Suisse Drehscheibe Filisur, Gesamtansicht
Wenn Sie das Modell finden, achten Sie darauf, dass Alles vollständig ist: Die Bauanleitung gehört auch beim Fertigmodell dazu, da sie die Anleitung zur Verdrahtung beinhaltet. In der hinteren Ecke der Schachtel sehen Sie den Antriebsmotor.

Ferro-Suisse Drehscheibe Filisur, Gesamtansicht
Die Nachbildung der Riffelbleche ist hier gut zu erkennen.

Ferro-Suisse Drehscheibe Filisur, Detailansicht
Perfekte Detaillierung: Haltesignal, Handbremse, Hebel zum Bewegen der Scheibe – und auch die Schieber zum Verriegeln wurden nicht vergessen.

      Sie sehen: Die Suche nach diesem Modell lohnt sich!


Fussnoten:

  1. RhB-Drehscheibe findet weitere Verwendung. Das Krokodil 1/91, S. 14
  2. RhB-Material auf der DFB. Das Krokodil 2/96, S. 7
  3. Bemo-Post Nr. 20, 2/00, S. 12

Copyright © 2001–2008 und verantwortlich für den Inhalt: Christoph Ozdoba.
Erste Veröffentlichung am 18. November 2001, letzte Bearbeitung am 17. Februar 2008.


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