Mit dem Lesen dieser Seite erklären Sie, dass Sie die rechtlichen Hinweise gelesen und verstanden haben und sie akzeptieren.
 
Logo der RhB-Website von Christoph Ozdoba; Copyright © C. Ozdoba Sie sind hier:

Adresse dieser Seite:
http://www.ozdoba.net/rhb/netz/terminologie_d.html


Rhätische Bahn – Vorbild und H0m-Modellbau

RhB-Terminologie

      Verschiedene Begriffe, die man im alltäglichen Sprachgebrauch als Synonyma ansieht, haben bei der RhB eine ganz spezifische Bedeutung. Es ist nützlich und hilft, Irrtümer zu vermeiden, wenn man diese kleinen Unterschiede beachtet.

Bahnhöfe und Stationen

      Im Volksmund ist eigentlich jeder Ort, wo ein Zug hält, ein Bahnhof. Es gibt durchaus präzisere Definitionen („… wo Züge beginnen, enden, sich kreuzen, …“), die dann wieder in der vereinfachten Form enden „Ein Bahnhof hat mindestens eine Weiche“ – und dann gibt es noch die wirklich feinen Unterschiede:

      Bei der RhB (aber nicht nur dort, sondern eigentlich generell in der Schweiz) unterscheidet man

      Dies ist ein gewisser Unterschied zu der in Deutschland gebräuchlichen Terminologie, wo der Begriff „Haltestelle“ eigentlich eher mit Bussen und Strassenbahnen assoziiert wird; bei Eisenbahnen gibt es den „Haltepunkt“, und das ist dann wiederum der „Bahnhof ohne Weiche“ …
Alles nicht so einfach!

      Diese Unterscheidung wird übrigens selbst von „Profis“ nicht immer ganz präzise eingehalten; so schreibt B. Studer z.B. „Laret ist der erste Davoser Bahnhof. Unmittelbar vor dem Bahnhof Davos Wolfgang überschreiten wir auf 1625 m die Wolfgang-Passhöhe …“ (1). Davos Laret und Davos Wolfgang sind allerdings keine Bahnhöfe; der einzige „Bahnhof“ unter den acht Stationen, die „Davos“ im Namen tragen (2), ist Davos Platz.
      Eine gewisse Bedeutung hat diese Unterscheidung für den Bahnreisenden, der an den unbedienten „Haltestellen“ natürlich keine Auskünfte erhalten (und keine RhB-Souvenirartikel kaufen!) kann.

Strecken, Linien und Bahnen

      Wenn von der Strecke Bever–Scuol, der Albulalinie oder der Bernina-Bahn die Rede ist, dann klingen diese Begriffe zwar austauschbar, aber jeder hat eine klar abgegrenzte Bedeutung.

      Eine Bahn ist eine selbstständige Bahngesellschaft. So bezeichnet der Begriff „Bernina-Bahn“, ohne dass noch eine Erklärung angefügt werden müsste, die Bernina-Bahn in dem Zeitraum, als sie eine eigenständige Gesellschaft war. Jeanmaire schreibt daher auch völlig korrekt „Die Berninalinie, früher Bernina-Bahn …“ (3). Auch der Begriff „Chur-Arosa-Bahn“ bedeutet automatisch den Zeitraum der Selbständigkeit, also bis 1942. Heute gibt es nur noch eine „Bahn“, nämlich eben die „Rhätische Bahn“, in der die drei früher selbstständigen Gleichstrombahnen Chur-Arosa-Bahn (ChA), Bernina-Bahn (BB) und Bellinzona-Mesocco-Bahn (BM) aufgegangen sind.

      Heute gibt es also die Bernina-Bahn nicht mehr, aber die Berninalinie. Entsprechend wurden aus der Chur-Arosa-Bahn die Aroserlinie und aus der Bellinzona-Mesocco-Bahn die Misoxerlinie. Eine Auflistung der Strecken und Linien nach offizieller RhB-Nomenklatur finden wir bei Jeanmaire (4):

Strecken Linien
von – nach Nr. von – nach Name
  Tiefencastel – Bergün   0 Landquart – Davos Platz Davoserlinie
Poschiavo – Tirano 1 Davos – Filisur Unterschnitt
Untervaz – Reichenau 2 St. Moritz – Scuol Engadinerlinie
  3 Samedan – Pontresina Pontresinerlinie
  4 St. Moritz – Tirano Berninalinie
  5 Chur – St. Moritz Albulalinie
  6 Chur – Arosa Aroserlinie
  7 Chur – Disentis Oberländerlinie
  8 Landquart – Chur Linie Landquart – Chur
  9 Castione – Cama
(früher Bellinzona – Mesocco)
Misoxerlinie

      Seit dem Erscheinen von Jeanmaires Buch ist die Vereinalinie (Klosters – Sagliains) dazu gekommen.

      Es gibt den Begriff „Strecke“ dann noch in der ganz allgemeinen Bedeutung wie im eingangs genannten Beispiel; die „Strecke Bever–Scuol“ bezeichnet dann eben einfach einen definierten Abschnitt einer „Strecke“ oder „Linie“, in diesem Beispiel der Engadinerlinie.

      Unter rein betrieblichen Aspekten sieht die Linien-Einteilung noch etwas anders aus, wie der Dienstfahrplan 2007/2008 zeigt:

Dienstfahrplan 2007/2008

Fussnoten:

  1. B. Studer: RhB – Gebirgsbahn in Graubünden. Verlag Alfred Bucheli, Zug 1985, S. 36
  2. von Norden nach Süden: Davos Laret, D. Wolfgang, D. Dorf, D. Platz, D. Islen, D. Frauenkirch, D. Glaris, D. Monstein. Hätten Sie's gewusst?
  3. C. Jeanmaire: Rhätische Bahn – Stammnetz-Triebfahrzeuge. Verlag Eisenbahn, Villigen 1995, S. 16
  4. C. Jeanmaire, a.a.O., S. 42

Copyright © 1998–2008 und verantwortlich für den Inhalt: Christoph Ozdoba.
Erste Veröffentlichung am 1. Januar 1998, letzte Bearbeitung am 17. Februar 2008.


Zurück zur Sektion Streckennetz / zur Startseite.


Durch das World Wide Web Consortium validierter Code gemäss dem Standard XHTML 1.0 Strict   Erstellt mit einem Mac