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Rhätische Bahn – Vorbild und H0m-Modellbau

Rhätische Bahn – Fakten und Zahlen

      Während eines Urlaubs im Engadin im Herbst 1996 sah, befuhr und bewunderte ich zum ersten Mal diese Bahn; aus Interesse wurde Faszination, schliesslich eine Leidenschaft (und manche meiner Bekannten behaupten, inzwischen eine Manie …).

      Das gesamte Streckennetz der RhB ist eine ingenieurtechnische Meisterleistung, dazu kommt eine kaum irgendwo sonst anzutreffende Harmonie zwischen Bahn und Landschaft. Züge der RhB wirken nie als Fremdkörper, sondern fügen sich, dank der aufwändigen, aber gelungenen Streckenführung, nahtlos in ihre Umgebung ein.

      Ich möchte Ihnen hier nur einige wenige Basis-Informationen geben; Details finden Sie auf den Seiten über die verschiedenen Linien. Dies verschafft Ihnen – hoffentlich – einen ersten Eindruck von dieser Bahn und hilft, ihre besondere Faszination zu verstehen.


      Die RhB ist die zweitgrösste Bahngesellschaft der Schweiz nach der SBB, den Schweizerischen Bundesbahnen. Fast das gesamte heute bestehende Netz, insgesamt rund 375 km Strecke, wurde zwischen 1889 und 1913 gebaut. Der Erste Weltkrieg setzte ehrgeizigen Plänen für einen weiteren Ausbau, insbesondere Anschlüssen nach Österreich und Italien, ein vorzeitiges Ende. Das RhB-Netz wurde dann mehr als 80 Jahre lang nicht wesentlich verändert, abgesehen von kleineren Streckenkorrekturen.

      Dies änderte sich erst, als am 19. November 1999 der Vereina-Tunnel eröffnet wurde. Das Streckennetz der RhB wurde durch die Vereinalinie um weitere 21,5 km verlängert und bekam drei neue Tunnel: Sasslatsch II (277 m), Zugwaldtunnel (2'172 m) und natürlich das „Jahrtausend-Bauwerk“ Vereina-Tunnel mit einer Länge von 19'042 m (was ihn zum längsten Meterspur-Tunnel der Welt macht).

      Das gesamte RhB-Netz ist also knapp 400 km lang – und jeder Kilometer ist sehenswert! Es gibt (ohne Vereinalinie) nicht weniger als 115 Tunnels und Galerien (Gesamtlänge 39 km) und 485 Brücken (Gesamtlänge 12 km).

      Die berühmte Bernina-Bahn (St. Moritz–Tirano), die insgesamt eine Streckenlänge von 61 km aufweist, hat auf 27 km der Strecke, ohne Zahnradbetrieb, Steigungen von 70‰ zu bewältigen. Sie ist damit eine der weltweit steilsten Adhäsionsbahnen.

Schema Bernina-Express und Glacier-Express

      Namen wie Bernina-Express und Glacier-Express („Der langsamste Expresszug der Welt“) haben dazu beigetragen, dass die RhB heute weit über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt ist und Freunde in aller Welt gefunden hat.
Grafik aus einer RhB-Broschüre; Copyright © Rhätische Bahn

      Einige der Kunstbauten auf dem RhB-Netz sind unter Eisenbahnfreunden weltweit berühmt:

Landwasser-Viadukt

      Der Landwasser-Viadukt bei Filisur an der Albulalinie ist 65 m hoch, 130 m lang und hat einen Kurvenradius von 100 m. Er mündet an dem Felsen direkt in einen Tunnel.

      Links: Diese Sicht auf den Viadukt haben Sie auf der Strasse von Alvaneu nach Filisur.

      Unten: Die Spätnachmittagssonne beleuchtet die letzten Wagen des Glacier-Express, der auf seinem Weg nach Chur gerade den Tunnel verlassen hat.

Landwasser-Viadukt
Kreisviadukt Brusio

      Der Kreisviadukt bei Brusio auf der Bernina-Bahn – gewissermassen ein im Freien liegender Kehrtunnel – war erforderlich, um den Höhenunterschied von 20 m zum Tal mit einer noch befahrbaren Steigung zu überwinden.
Abbildung aus einer RhB-Broschüre; Copyright © Rhätische Bahn


Copyright © 1998–2008 und verantwortlich für den Inhalt: Christoph Ozdoba.
Erste Veröffentlichung am 7. Januar 1998, letzte Bearbeitung am 17. Februar 2008.


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