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| Ge 6/6 I 412 in Bergün am 4. September 2005 |
Leider werden sie immer seltener, die „Rhätischen Krokodile“ der Baureihe Ge 6/6 I. Die oben gezeigte blaue 412 mochte ich nie (dazu gleich mehr), aber dass ihre Laufbahn so abrupt zu Ende geht, hätte dieser Maschine wohl kein Eisenbahnfreund gewünscht.
Was störte mich so sehr an diesem blauen Krokodil? In dieser Farbe war die Lok seit ihrer Indienststellung in den dreissiger Jahren nie unterwegs; das Blau war eine reine Marketing-Aktion der beiden führenden Modellbahn-Hersteller in den Nenngrössen IIm (LGB) und H0m (Bemo):
Im Jahr 2005 wurde die Maschine auf Initiative der beiden Firmen blau lackiert, und natürlich hatten sie das alleinige Vermarktungsrecht für entsprechende Modelle. Märklin hat in Deutschland schon einmal Lokomotiven in eigener Lackierung auf die Schienen gebracht, um dann die entsprechenden Modelle – natürlich exklusiv – zu verkaufen. Vor den Salonwagen sah dieses Krokodil vielleicht nicht einmal schlecht aus, und vielleicht bin ich einfach zu sehr Purist in Sachen Bahngeschichte, aber solche kommerziell motivierten Aktionen können mich einfach nicht begeistern.
Jetzt ist die Geschichte der 412 jedenfalls voraussichtlich zu Ende: Die Maschine hatte einen Lagerschaden und ist derzeit, ohne Stangen, in Landquart abgestellt. Eine Reparatur wäre sehr aufwändig und sehr teuer; dass die beiden „Sponsoren“ dieser Lok die Finanzierung übernehmen, halte ich nicht für wahrscheinlich; LGB hat im Moment andere Sorgen. Nach dem derzeitigen Stand (September 2008) soll die 412 als Ersatzteilspender für die beiden letzten noch im Betrieb verbliebenen Krokodile 414 und 415 dienen und mittelfristig veschrottet werden.

Diese beiden Maschinen sieht man nur noch selten auf der Strecke; dem Krokodil-Freund bleiben damit noch die als Denkmal- bzw. Museumsloks nicht betriebsfähig erhaltenen Krokodile. Davon gibt es einige: Neben der rechts gezeigten 407, die in Bergün zu sehen ist, gibt es noch die 402 im Verkehrshaus in Luzern, die 406 im Bahnmuseum Kerzers und die 411 im Deutschen Museum in München.
Auch 414 und 415 werden nicht ewig laufen; ich kann mir allerdings vorstellen (und hoffe), dass die RhB mindestens eine dieser Loks auch langfristig noch als betriebsfähiges Museumsfahrzeug weiter unterhalten wird.
Literatur:
Copyright © 2008 und verantwortlich für den Inhalt: Christoph Ozdoba.
Erste Veröffentlichung am 1. September 2008, letzte Bearbeitung am 1. September 2008.