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Rhätische Bahn – Vorbild und H0m-Modellbau

Serien- und Indexbezeichnungen von Schweizer Rollmaterial

Spezielle Nomenklatur in der Schweiz

      Bei Lokomotiven ist – neben der in den USA gebräuchlichen Nomenklatur, welche die Räder zählt – die Definition der UIC (Union Internationale des Chemins de Fer) massgebend.
      Beispiel: Der „Mogul“-Dampfloktyp hat nach UIC-Nomenklatur die Achsfolge 1'C, im amerikanischen Schrifttum dagegen 2-6-0 (1 Vorlaufachse in separatem Drehgestell, 3 Kuppelachsen am Hauptrahmen, keine Nachlaufachse). Für Epoche I-Liebhaber: Die Nr. 1 der RhB, die „Rhätia“, gehört zu diesem Typ.

      In der Schweiz wird die Achsfolge noch etwas anders angegeben: Zahl der angetriebenen Achsen, durch Schrägstrich von der Gesamtzahl der Achsen getrennt. Die Achsfolge der erwähnten „Rhätia“ wird also als 3/4 bezeichnet.

      Für die Bezeichnung von Triebfahrzeugen (Lokomotiven und Triebwagen), Steuer- und Reisezugwagen gelten folgende Regeln:

Fahrzeug-Kategorie
1. Lokomotiven und Triebwagen
Serie R Triebfahrzeuge, die mit erhöhter Kurvengeschwindigkeit und mit über 110 km/h Höchstgeschwindigkeit verkehren dürfen.
Bei Triebwagen wird der Buchstabe „R“ der Wagenbezeichnung vorangestellt.
2. Lokomotiven und Traktoren
Serie A Lokomotiven mit Höchstgeschwindigkeit über 80 km/h
Serie B Lokomotiven mit Höchstgeschwindigkeit von 70–80 km/h
Serie C Lokomotiven mit Höchstgeschwindigkeit von 60 und 65 km/h
Serie D Lokomotiven mit Höchstgeschwindigkeit von 45–55 km/h
Serie E Rangierlokomotiven und Tender-Dampflokomotiven
(Eb, Ec usw.; s. Ziffer 4)
Serie G Schmalspurlokomotiven
Beispiel: RhB G 4/5 Nr. 107–108
Serie H Lokomotiven für Zahnradbetrieb
Serie HG Schmalspurlokomotiven für Zahnradbetrieb
Beispiel: FO HGe 4/4 I Nr. 31–37
Serie T Traktoren
Beispiel: RhB Tm 2/2 Nr. 81–84
Serie X Diensttriebfahrzeug
Beispiel: RhB Xe 4/4 Nr. 9922
3. Trieb- und Steuerwagen
Serie A Personentriebwagen und Steuerwagen 1. Klasse
Serie AB Personentriebwagen und Steuerwagen 1. und 2. Klasse
Beispiel: RhB ABe 4/4 Nr. 501–504
Serie ABD Personentriebwagen und Steuerwagen 1. und 2. Klasse mit Gepäckabteil
Beispiel: RhB ABDe 4/4 Nr. 481–486
Serie ABDZ Personentriebwagen und Steuerwagen 1. und 2. Klasse mit Gepäck-  und Postabteil
Serie B Personentriebwagen und Steuerwagen 2. Klasse
Beispiel: RhB Be 4/4 Nr. 511-516
Serie BD Personentriebwagen und Steuerwagen 2. Klasse mit Gepäckabteil
Beispiel: RhB BDe 4/4 Nr. 491
Serie BDZ Personentriebwagen und Steuerwagen 2. Klasse mit Gepäck-  und Postabteil
Serie D Gepäcktriebwagen und Steuerwagen
Beispiel: RhB De 2/2 Nr. 151
Serie DZ Gepäcktriebwagen und Steuerwagen mit Postabteil
Serie R Schnelltriebwagen (s. Ziffer 1)
4. Betriebsarten
Index a Akkumulatoren-Triebfahrzeuge
Index e elektrische Triebfahrzeuge mit Stromabnehmer
Beispiel: RhB Ge 4/4 III Nr. 641–652
Index ea elektrische Triebfahrzeuge mit Stromabnehmer und Akkumulatorenbatterie
Index em elektrische Triebfahrzeuge mit Stromabnehmer und Dieselmotor
Beispiel: RhB Gem 4/4 Nr. 801–802
Index f Funkfernsteuerung
Beispiel: RhB Xmf 2/2 Nr. 9918–9919
Index h Triebwagen für Zahnradbetrieb
Wird der Buchstabe „h“ vor den Index der Traktionsart gesetzt (z.B. Pilatusbahn Bhe), handelt es sich um einen Triebwagen für reinen Zahnradbetrieb.
Bei den Triebwagen für Reibungs- und Zahnradbetrieb wird der Index „h“ (Zahnradbetrieb) nach dem Index für die Traktionsart gesetzt (z.B. BOB ABDeh 4/4 Nr. 303).
Index m Triebfahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotor
Beispiel: RhB Tm 2/2 Nr. 81–84
Index t Steuerwagen
Beispiel: RhB ABDt Nr. 1711–1714
Bei Tenderlokomotiven (Serie E, ausgenommen Rangierlok) wird die Höchstgeschwindigkeit statt mit grossen Buchstaben B, C oder D mit gleichlautenden kleinen Buchstaben als Index b, c oder d bezeichnet.
5. Achsenzahl
Die Achsenzahl der Lokomotiven und Triebwagen wird in Bruchform angegeben, wobei der Zähler die Anzahl der angetriebenen Achsen, der Nenner die Gesamtachsenzahl (bei Dampflok ohne Tender) darstellt, z.B. 3/6, 6/8, 8/14.
Steuerwagen und Reisezugwagen mit 4 Achsen erhalten keinen Index der Achsenzahl. Index 2 bzw. 3: Wagen mit 2 bzw. 3 Achsen.
Beispiel: RhB G 4/5 Nr. 107–108
6. Bauart
Index I-IV Mit diesen Indizes werden verschiedene Bauarten innerhalb der gleichen Serie unterschieden.
Beispiel: RhB Ge 4/4 I, Ge 4/4 III
Die Serienbezeichnung der Trieb-, Steuer- und Reisezugwagen wurde vor dem 3. Juni 1956 (Dreiklassensystem) mit A = 1. Klasse, B = 2. Klasse (heute beide 1. Klasse = A) und C = 3. Klasse (heute 2. Klasse = B) bezeichnet.
Ab 1. Januar 1962 ist in Übereinstimmung mit dem RIC-Reglement (Regolamento Internazionale Carrozze) die Serienbezeichnung „F“ für Gepäcktriebwagen bzw. -abteil in „D“ abgeändert worden.
Beispiel: RhB Fe 2/2 Nr. 51, heute De 2/2 Nr. 151
 
Die Indexbezeichnung der Achsenzahl für Steuer- und Reisezugwagen vor dem 1. Januar 1962 war für 4-achsige Wagen die Zahl 4, dagegen für 2-achsige Wagen keine Indexzahl.
Steuer- und Reisezugwagen mit geschlossenen Plattformen und Faltenbälgen hatten vor dem 1. Januar 1962 nach der Achsenzahl den Index „ü“ (heute keinen Index). Hingegen haben die Wagen mit offenen Plattformen, die früher nicht speziell bezeichnet waren, heute den Index „i“.
Beispiel: RhB AB4ü 221, heute A 1221

Literatur:


Copyright © 2004–2008 und verantwortlich für den Inhalt: Christoph Ozdoba.
Erste Veröffentlichung am 11. April 2004, letzte Bearbeitung am 17. Februar 2008.


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