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MOB Compagnie du chemin de fer Montreux – Oberland Bernois www.ozdoba.net/mob |
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| GDe 4/4 6001 „Vevey“ vor der Rollbock-Umsetzanlage in Zweisimmen, 2. 5. 2004 (Copyright © 2004 C. Ozdoba) |
| Länge über Puffer | 16 400 mm | Breite max. | 2684 mm | |
| Höhe | 3864 mm | Dienstmasse | 50 t | |
| Leistung Dauerbetrieb | 1016 kW | Leistung Stundenbetrieb | 1068 kW | |
| Zugkraft am Rad | Dauerbetrieb | 80,7 kN | ||
| Stundenbetrieb | 86,5 kN | |||
| bei Anfahrt | 172 kN | |||
| Zulässige Anhängelast bei 40 km/h | bei 30‰ | 300 t | ||
| bei 70‰ | 110 t | |||
| Vmax im Betrieb | 100 km/h | Achsfolge | Bo'Bo' | |
| Hersteller mech. Teil | SLM, Winterthur | Elektr. Ausrüstung | Asea Brown Boveri AG, Baden | |
| Quelle: Datenblatt der SLM Winterthur | ||||
Korrekt hätten diese starken Maschinen eigentlich „De 4/4“ heissen müssen (bei Grandguillaume werden sie auch so genannt), aber die MOB und auch der Hersteller SLM haben diese Gepäcktriebwagen, die sie nach strenger Definition sind, immer als „Lokomotiven“ bezeichnet, daher „GDe“. Verdient haben sie das sicher: Bis zur Einführung der Ge 4/4 gut zehn Jahre später waren sie die schnellsten meterspurigen Triebfahrzeuge Europas.
Aber wir wollen nicht vorgreifen – schauen wir uns die Geschichte dieser Meterspurloks einmal näher an:
Das seit 1976 steigende Verkehrsaufkommen führte zur Überlegung, neue, leistungsstarke Triebfahrzeuge anzuschaffen. Sechsachsige Lokomotiven kamen aus Kostengründen nicht in Frage, man entschied sich daher für vierachsige Fahrzeuge. Die Vorgabe war, dass sie in der Lage sein mussten, einen Zug von 110 t (entsprechend fünf Panoramawagen) auf den steilsten Streckenabschnitten mit ca. 40 km/h zu ziehen.
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Im Jahre 1981 wurden dann, mit finanzieller Unterstützung des Bundes sowie der Kantone Waadt, Fribourg und Bern vier Lokomotiven bestellt, deren Konstruktion sich an den damals gleichfalls neuen Lokomotiven für den Furka-Basistunnel orientierte. |
| Zeichnung der GDe 4/4 (Copyright © MOB) |
Zwei baugleiche Maschinen wurden von der GFM (Gruyère – Fribourg – Morat, seit 10. 6. 2001 „→ tpf“, Transports Publics Fribourgeois) beschafft und liefen dort mit den Betriebsnummern 101 („Ville de Bulle“) und 102 („Neirivue“); sie waren dafür eingerichtet, freizügig auch auf dem MOB-Netz verkehren zu können.
Nachtrag Mai 2007: Diese Maschinen sind inzwischen auch bei der MOB; s. dazu den Abschnitt 6005–6006 weiter unten.
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| Die Bemo-Modelle der GDe 4/4 lassen sehr schön die „Familienähnlichkeit“ zwischen GFM- (vorne) und MOB-Version (hinten) erkennen. (Copyright © 2005 C. Ozdoba) |
Im Sommer 1983 wurden die vier GDe 4/4 bei der MOB in Betrieb genommen. Sie bekamen die neue Serienbezeichnung „6000“ und individuelle Namen und Wappen, und zwar
Die neuen Maschinen erfüllten alle Erwartungen: Bei Testfahrten konnten sie auf den steilsten Streckenabschnitten sogar sechs statt der geforderten fünf Panoramawagen ziehen, und sie stellten neue europäische Geschwindigkeitsrekorde für meterspurige Triebfahrzeuge auf:
Im Simmental erreichte die 6001 am 20. 7. 1983 eine Geschwindigkeit von 105 km/h, die 6003 am 3. 11. 1983 sogar 110 km/h.
Die GDe 4/4, die im „Crystal Panoramic Express“ eingesetzt wurden (6003 und 6004), trugen seit Juli 1993 eine andere Farbgebung als die beiden anderen Maschinen. Die gesamte obere Hälfte des Lokkastens war in dezentem Dunkelblau gehalten:
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| Vorne die 6001, hinten die 6003 in „Crystal-Panoramic“-Farben Zweisimmen, 16. 5. 2004 (Copyright © 2004 C. Ozdoba) |
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| Die 6004 „Interlaken“, ebenfalls in „Crystal-Panoramic“-Farben Saanen, 16. 5. 2004 (Copyright © 2004 C. Ozdoba) |
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Die 6003 trug bis zur Umlackierung im Frühjahr 2009 (s. u.) unter dem Wappen „Saanen“ stolz die Inschrift „110 km/h“, die an den 1983 auf dem ca. 3 km langen Abschnitt zwischen Matten und Boden aufgestellten Rekord erinnerte. |
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| Seit dem Frühjahr 2009 wirbt die 6003 in einer neuen Lackierung für den „Train du Chocolat“. Das Bild oben zeigt sie am 5. 5. 2009 in Zweisimmen. (Fotograf und Copyright © Beat Feller, mit freundlicher Genehmigung hier verwendet.) |
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| Die Maschine begegnete uns am 14. 10. 2009 in Montreux. Die Bilder lassen gut erkennen, warum sie als „Alptraum der Eisenbahnfotografen“ gilt: Die goldene Lackierung ist sehr attraktiv, spiegelt aber bei jedem Lichteinfall in hohem Masse. (Copyright © 2009 C. Ozdoba) |
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| Zweisimmen, 2. 5. 2005: Isabelle von Siebenthal tauft die nach ihr benannte GDe 4/4 6002 (vormals „Rossinière“). (Copyright © MOB) |
Als Zuglok für den ab 5. 5. 2005 verkehrenden neuen GoldenPass Classic wurde die GDe 4/4 6002 ausgewählt. Die Maschine bekam einen neuen Anstrich in Nachtblau; sie trägt das Wappen des neuen Nostalgie-Luxuszuges und den Namen „Isabelle von Siebenthal“. Die aus der Region stammende Schauspielerin taufte die nach ihr benannte Lok am 2. 5. 2005 in Zweisimmen.
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| Die GDe 4/4 6002 anlässlich des ersten Einsatzes des GoldenPass Classic Zweisimmen, 5. 5. 2005 (Copyright © 2005 C. Ozdoba) |
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| Die 6002 führt nicht nur den GoldenPass Classic, sondern wird auch im normalen Streckendienst eingesetzt. Hier überquert sie mit ihrem Zug in Richtung Zweisimmen am 27. 6. 2009 die Promenade in Gstaad. (Copyright © 2009 C. Ozdoba) |
Weitere Bilder der 6002 und des neuen Zuges finden Sie auf einer anderen Seite.
Sie heissen noch gar nicht 6005 und 6006 (Stand: Mai 2007), aber das MOB-Personal nennt sie schon so: Die 101 und 102 der tpf (früher GFM), die vor kurzem zur MOB gekommen sind, um dort im Güterdienst eingesetzt zu werden.
Grundsätzlich war ein Betrieb auf dem MOB-Netz immer schon möglich, aber nun, nach der definitiven Übergabe an die MOB, werden die beiden Maschinen technisch komplett an den MOB-Standard angepasst: Die Mehrzugsteuerung und der Bereich „LBT“ (Lautsprecher/Beleuchtung/Türen) werden geändert.
Ich hatte, dank eines freundlichen MOB-Mitarbeiters, Gelegenheit, die (noch) 102 Neirivue im Depot in Zweisimmen zu fotografieren, wo sie auf ihren Umbau wartet:
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| Oben und unten: 102 „Neirivue“ im Depot Zweisimmen, 20.5.2007 Unten: „Construction 1983“, aber die Maschinen haben bei der GFM/tpf in diesen 24 Jahren Laufleistungen von gerade einmal 180 000 km erzielt, sind also praktisch neuwertig. (Zum Vergleich: Die etwa zur gleichen Zeit in Dienst gestellten GDe 4/4 der MOB haben inzwischen alle Leistungen von über 2 000 000 km erreicht.) (Copyright © 2007 C. Ozdoba) |
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| Beide Maschinen, inzwischen zur GDe 4/4 6005 bzw. 6006 umgezeichnet, begegneten uns am 20.9.2008 in Montreux. Während die 6005 (ex TPF 101) ohne Wappen unterwegs ist (oben), hat die ehemalige 102 das Wappen „Neirivue“ behalten (unten). (Copyright © 2008 C. Ozdoba) |
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| Die 6005 fährt unverändert in den alten GFM/tpf-Farben. 6006 ist inzwischen mit einer Werbelackierung für den Ausbildungsverbund → Login unterwegs. Ich fotografierte die Maschine am 27. 6. 2009 in Zweisimmen. (Copyright © 2009 C. Ozdoba) |
Die Firma → Friho ist erstaunlicherweise trotz ihrer mehr als dreissigjährigen Geschichte (gegründet 1969) relativ wenig bekannt und eigentlich immer noch ein „Insider-Tipp“; noch 2004 erzählte mir ein alteingesessener schweizerischer Modellbahnhändler, dass er noch nie ein Friho-Modell in der Hand hatte!
Friho baut eigene Kleinserien-Modelle und „veredelt“ Bemo-Modelle der MOB. Im Gegensatz zu den Triebfahrzeugen der Kleinserienhersteller, allen voran Fulgurex und Lematec (früher Lemaco), sind die Preise bei Friho deutlich günstiger; sie liegen allerdings ebenso deutlich höher als die Bemo-Preise, bleiben aber immer im dreistelligen Franken-Bereich.
Als Faustregel kommt heraus, dass Friho etwa doppelt so teuer wie Bemo und etwa halb so teuer wie ein Kleinserienmodell ist. Lohnt sich der Mehrpreis?
Ich zeige Ihnen die GDe 4/4 von Friho im Vergleich zum Bemo-Serienmodell – entscheiden müssen Sie dann selbst!
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Ganz hinten steht der „Crystal Panoramic Express“ von Bemo mit der GDe 4/4 6003 „Saanen“ in der entsprechenden Farbgebung. In der Mitte sehen Sie die GDe 4/4 6002 „Rossinière“ von Bemo in konventioneller Farbgebung, und vorne finden wir die GDe 4/4 6004 „Interlaken“ von Friho, wiederum im „Crystal Panoramic“-Farbschema. |
Detaillierung und handwerkliche Ausführung des Friho-Modells sind perfekt. Endlich – dafür würde ich bei Bemo gerne einen Aufpreis zahlen, wenn es das gäbe – bekomme ich ein Modell, das einfach fertig ist, bei dem ich als Kunde nicht noch eine Stunde Kleinteile montieren muss. Schauen Sie sich die Frontpartie an: Besser geht's nicht!
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Die Stirnpartien bei Bemo (hinten, zugerüstet) und Friho (vorn, alles serienmässig montiert). |
Bemo fertigt übrigens auch ein Modell der 6002 in der „Isabelle-von-Siebenthal“-Lackierung.
Literatur:
Copyright © 2004 – 2009 und verantwortlich für den Inhalt: Christoph Ozdoba.
Erste Veröffentlichung am 1. Juni 2004, letzte Bearbeitung am 14. Oktober 2009.
Adresse dieser Seite: http://www.ozdoba.net/mob/fzg/mob_rollmaterial_gde44_d.html