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| Lexus LS – Die ersten vier Generationen (1989 – 2009) (Copyright © Toyota Deutschland GmbH, Lexus Division) |
Die Geschichte des Lexus LS ist eigentlich die Geschichte von Lexus insgesamt. Beim Projekt F1, dem Erschaffen einer neuen Luxusmarke aus dem Nichts, ging es um dieses Auto. Der LS ist Lexus – alle anderen Modelle folgten später. Eine Ausnahme ist der in Europa praktisch unbekannte ES.
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Ein kleiner Exkurs: Der Lexus ES Betrachtet man die Entstehung des Lexus LS, muss man fairerweise den ES im gleichen Atemzug nennen: Beide Autos wurden parallel entwickelt und kamen in den USA gleichzeitig am 1. September 1989 in den Handel. Der ES (Executive Sedan, LS: Luxury Sedan) entstand als Kompromiss, um die etwas divergierenden Vorstellungen des Entwicklungsteams und der Budget-Verantwortlichen bezüglich der Motorisierung des neuen Luxusautos in Einklang zu bringen. Der Projektleiter, Shoji Jimbo, plädierte für einen V8 mit minimal 3,5 Liter Hubraum. Ein solches Triebwerk machte den Wagen natürlich schwerer (ein Problem für die Ingenieure) und teurer (ein Problem für die Controller). Im Pflichtenheft stand schliesslich neben einem niedrigen Verbrauch auch ein Endpreis, der die (vorwiegend deutsche) Konkurrenz deutlich unterbieten sollte. Um ein solches Hochleistungstriebwerk bei den Firmen-Oberen durchsetzen zu können, entschloss man sich, parallel zum ultimativen „luxury sedan“ noch ein Einsteigermodell mit einem 2,5-Liter-Reihensechszylinder anzubieten. Die Führung war beruhigt, das F1-Entwicklungsteam konnte wie gewünscht an die Arbeit gehen – der ES war geboren. Im Grunde war dieser Lexus ES 250 ein aufgewerteter Toyota Camry. Er verkaufte sich, obwohl als Einstieg in den Luxusmarkt gedacht, in deutlich geringeren Stückzahlen als das Flaggschiff. Im ersten Jahr (1989) wurden in den USA 11 574 LS 400 gegenüber nur 4 728 ES 250 abgesetzt. Wirklich geliebt wurde der ES 250 auch bei Lexus nicht; er war eben als Notlösung entstanden, um nicht als Marke mit nur einem Auto in den Markt einzusteigen.
Das änderte sich drastisch, als 1991 der längere, breitere und stärker motorisierte ES 300 vorgestellt wurde. Damit hatte Lexus ein echtes Erfolgsmodell geschaffen; schon 1992 überstiegen die ES-Verkäufe die des LS (39 652 gegenüber 32 561). Die ES-Baureihe, die es bis heute, zwanzig Jahre später, nicht auf dem europäischen Markt gibt, ist inzwischen als fester Begriff und „echter Lexus“ in den USA gut etabliert. |
Dass die Geschichte des Lexus LS eine automobile Erfolgsgeschichte ohne Beispiel ist, wurde schon an anderer Stelle erwähnt. Diese komplette Eroberung des Marktes für Luxusautos in den USA passierte in Europa weitgehend unbemerkt (ausser in den Chefetagen der so genannten Premiummarken, denen Lexus Marktanteile abnahm, die einem Umsatz im Milliarden-Dollar-Bereich entsprachen). Einer von Lexus’ grössten Konkurrenten auf dem nordamerikanischen Markt, insbesondere in der Anfangszeit, war die auf der anderen Seite des Atlantiks fast noch unbekanntere Marke Infiniti, die „Edelmarke“ von Nissan. Einen Vergleichstest von Oberklasselimousinen, der im Dezember 1989 in der Zeitschrift Car & Driver veröffentlicht wurde, gewann der Lexus LS 400 mit 34 Punkten vor dem Infiniti Q45 (30), dann folgten die deutschen Edelmobile BMW 735i (27), Audi V8 Quattro und Mercedes 420 SEL (je 26), und abgeschlagen am Ende rangierten Jaguar Sovereign (20) und Cadillac STS (18). Ein Ergebnis, auf das die Erbauer eines Autos, das zu diesem Zeitpunkt gerade drei Monate auf dem Markt war, stolz sein konnten – das Projekt, die beste Luxuslimousine der Welt zu bauen, war erfolgreich umgesetzt worden!
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Schon 1990, im Jahr nach Gründung der Marke, ging Lexus auf den europäischen Markt. In der Schweiz – immer schon ein Markt für Luxusautomobile – unterhält die Emil Frey AG ein Netz von Lexus-Niederlassungen. (Telefonkarte aus der Lexus-Sammlung des Autors) |
Der V8 blieb das Markenzeichen der LS-Modelle. Dem LS 400 folgten immer hubraumstärkere Varianten, über den LS 430 bis zum heutigen, auch mit Allradantrieb erhältlichen LS 460 (4,6 Liter) und dem Hybrid-Topmodell LS 600h (5 Liter Hubraum). Eines ist aber in jetzt zwanzig Jahren LS-Geschichte gleich geblieben: Diese Autos markieren, auch, wenn andere aufgeholt haben, nach wie vor den Gipfel des Luxusauto-Baus und sind gleichzeitig in einem Mass innovativ, das den deutschen Premiummarken leider offenbar verlorengegangen ist. Trotz entsprechender Vergleichstests in (deutschen) Autozeitschriften ist ein Mercedes S 400 Hybrid für einen LS 600h kein ebenbürtiger Gegner …
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| Zwanzig Jahre Lexus LS im Massstab 1:18: Vorne der LS 400 aus dem Jahr 1989, hinten der LS 460 des Baujahres 2009. (Beide Modelle werden im Detail auf der Seite „LS in 1:18“ der Sektion „Lexus-Modelle“ vorgestellt.) |
Literatur:
Copyright © 2010 und verantwortlich für den Inhalt:
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Erste Veröffentlichung am 2. Januar 2010, letzte Bearbeitung am 2. Mai 2010.
Adresse dieser Seite: http://www.ozdoba.net/lexus/ls/lexus_ls600h_hist.html